Bundesfamilienministerium und WZB veröffentlichen Bericht zum bürgerschaftlichen Engagement

Im Mittelpunkt des Berichtes zur Lage und zu den Perspektiven des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland, der vom Bundesfamilienministerium gefördert und vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) erarbeitet wurde, steht der Zusammenhang zwischen bürgerschaftlichem Engagement und Familie.

Der Bericht gibt darüber hinaus einen Überblick über den gegenwärtigen Stand des Engagements durch die Analyse aktueller Daten und liefert der Politik, zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Wirtschaft Handlungsempfehlungen, wie das zivilgesellschaftliche Engagement weiter zu fördern und zu entwickeln ist.

"Die Kraft des bürgerschaftlichen Engagements eröffnet riesige Chancen für die Zukunft unserer Gesellschaft", erklärt Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, anlässlich der Veröffentlichung der Studie. "Wenn wir die Potenziale weiter erschließen wollen, muss es noch einfacher und attraktiver sein, für andere aktiv zu werden. Der Bericht liefert uns wichtige Informationen, um die Weichen für die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements richtig zu stellen", so Hoofe weiter.

"Die Diskussion der letzten 15 Jahre um eine Neubestimmung der Verantwortungsbalance zwischen Zivilgesellschaft, Unternehmen und Staat erfordert von allen Akteuren zielgerichtetes Handeln", leitet der Bericht seine Handlungsempfehlungen zur Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements für die Akteure aus Staat, Zivilgesellschaft und Wirtschaft ein. Als programmatische Überschriften orientierender Leitlinien für eine nachhaltige Engagementpolitik nennt der Bericht "Zeitpolitik", "Freiwilligkeit des Engagements", "Unentgeltlichkeit", "Vielfalt und Autonomie", "Erhöhung der Selbststeuerungsfähigkeit, Selbstkoordination und Selbstkontrolle", "Sensibilität für gesellschaftlich relevante Fragen" und "Größere Beachtung des informellen Engagements".

"Der Bund", so der Bericht an anderer Stelle, "soll sich intensiver auf die Förderung von Infrastruktureinrichtungen und Organisationen konzentrieren, die eine bundesweite Aufgabenstellung haben. Insbesondere ist auf Nachhaltigkeit, die mit der Projektförderung nicht immer gewährleistet wird, und auf innovative Lösungen zu achten." Bezüglich des Engagements von Unternehmen stellt der Bericht u.a. heraus: "Die Politik soll stärker darauf hinwirken, dass Unternehmen die Möglichkeit geboten wird, sich intensiver in regionalen Verbünden und lokalen zivilgesellschaftlichen Netzwerken zu beteiligen."

Der veröffentlichte Bericht ist ein Vorläuferbericht für die künftig einmal pro Legislaturperiode erfolgende Berichterstattung zum bürgerschaftlichen Engagement, zu deren Erstellung der Bundestag die Bundesregierung beauftragt hat. Er ist in die Entwicklung einer nationalen Engagementstrategie eingebettet, zu der die Bundesregierung im Frühsommer Eckpunkte beschlossen hat, und mit der die Rahmenbedingungen für das freiwillige Engagement verbessert und weiter entwickelt werden soll. Das Nationale Forum für Engagement und Partizipation wird bis Herbst gezielte Handlungsvorschläge erarbeiten.




Die Servicestelle Soziale Kooperation
wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.