Engagement in den Kommunen

Mit dem Kongress "Bürger für Bürger – Engagement in Kommunen stärken!" haben sich Mitte Mai die drei kommunalen Spitzenverbände zu Rolle und Aufgaben von Kommunen bei der Förderung bürgerschaftlichen Engagements öffentlich zu Wort gemeldet.

Die Präsidentin des Deutschen Städtetages Petra Roth, Staatssekretär Hoofe, Bundesfamilienministerium, und Prof. Thomas Olk, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, hoben im Plenum die Bedeutung von Engagement für sozialen Zusammenhalt und gesellschaftliche Innovationsfähigkeit hervor und betonten, die Potenziale der konkreten Leistungen des Ehrenamts seien ohne Einmischung und Partizipation von "Aktiv-BürgerInnen" in der "Bürgerkommune" nicht zu haben. Neben der Absicherung von Infrastruktur sei damit eine der wichtigsten Anforderungen an Kommunen verbunden.

"Die Bürgerkommune lebt und sie entwickelt sich weiter." Das ist die These des Inputs von Thomas Olk. Sie ist kein "Schönwettermodell", sondern eine strategische Ressource, die genutzt werden muss. Das Konzept der Bürgerkommune wird dann akzeptiert werden, wenn Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Engagement dazu beitragen, Probleme vor Ort zu beheben und Herausforderungen zu meistern. Wenn die Bürgerkommune einen sozialen Mehrwert produziert, dann werden auch Politik und Verwaltung bereit sein, diese Angebote zu nutzen. Ein genauer Blick auf einzelne Kommunen indes zeigt, dass die Praxis hier schon sehr weit ist. Projekte, Netzwerke und neue Infrastruktureinrichtungen bezeugen, dass dieser Mehrwert auch wirklich geschaffen wird.

"Kommunen benötigen bürgerschaftliches Engagement, weil sie über kein vergleichbares Mittel der Integration in der postmodernen Demokratie verfügen." Diese These begründet Konrad Hummel, wissenschaftlicher Referent beim Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung (vhw), in seinem Beitrag. In der postmodernen Stadt haben sich Milieus herausgebildet, in denen sich bestimmte Formen des Engagements entwickeln, und die sich zugleich auch zu Parallelgesellschaften ausgebaut haben. Eine moderne kommunale Engagementpolitik muss diese Milieus im Blick haben und über die alteingesessenen Verbände hinaus wirken. Sie muss sich als Vernetzungspolitik verstehen.

Veranstalter des Fachkongresses sind die kommunalen Spitzenverbände, der Deutsche Verein und das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement.



Die Servicestelle Soziale Kooperation
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