Azubis in Pflegeeinrichtungen

Im Rahmen des Pilotprojekts "Soziales Lernen in der betrieblichen Ausbildung" wurden zwölf Auszubildende des Unternehmens ArcelorMittal Eisenhüttenstadt für den Zeitram von 2 Wochen in vier sozialen Einrichtungen eingesetzt. Mit diesem Projekt sollen die Azubis die Möglichkeiten erhalten, Erfahrungen über ihre eigentliche Ausbildung hinaus zu sammeln und somit ihre soziale Kompetenz zu erweitern.

Eine der für dieses Projekt ausgesuchten Einrichtung war die AWO-Kindertagesstätte. Dort werden Kinder im Alter von 1- 6 Jahren betreut. Das AWO-Zentrum bietet außerdem noch eine Tagesstätte für pflegebedürftige Menschen im Alter von 60 - 90 Jahren. Die Einrichtung hat 18 Plätze in der Tagespflege, die auch meistens ausgebucht sind. Nicht nur Pflegebedürftige, sondern auch Senioren ohne Pflegestufe besuchen täglich die Einrichtung. Von Montag bis Freitag werden die Rentner morgens von zu Hause abgeholt und dorthin gebracht. Den Tagesgästen wird eine Vielzahl von Aktivitäten angeboten, z. B. gemeinsames Singen, Gymnastik, Gedächtnistraining und individuelle Beschäftigungen. Gern schauen sie auch einfach nur den Kindern aus dem Kindergarten zu. Eric Schmidt und Nico Kaiser, beide angehende Elektroniker für Betriebstechnik, bedauern zwar, dass zwei Wochen Fachausbildung entfallen, empfinden andererseits den Umgang mit Hilfebedürftigen als Bereicherung in ihrer persönlichen Entwicklung. Die Erfahrungen bauten Vorurteile ab und erhöhten den Respekt vor dem Pflegepersonal.

Wie AWO-Pflegedienstleiterin Siegrid Brummack beurteilen auch die Leiter der anderen Einrichtungen Oder-Neiße-Werkstatt, Lebenshilfe und Städtisches Alten- und Altenpflegeheim das Projekt "Soziales Lernen" positiv. Dieses Projekt eigne sich wunderbar, um Einblicke in die sozialen Berufe zu geben und zu lernen, mit Behinderten und Hilfebedürftigen umzugehen: "Die Unterstützung durch die Azubis war uns eine große Hilfe. Mit den Jugendlichen sind wir sehr zufrieden gewesen."

Ein weiterer Einsatzort für dieses Projekt war die Oder-Neiße-Werkstatt, mit der ArcelorMittal Eisenhüttenstadt erst kürzlich einen langfristigen Kooperationsvertrag abgeschlossen hat, der den hier tätigen erwachsenen Behinderten beispielsweise in der Landschaftspflege oder im Elektroschrottrecycling Beschäftigung sichert. Die Auszubildenden vom Berufsbildungszentrum waren in den Bereichen Holzbearbeitung, Berufsbildung, Textil und Recycling eingesetzt. Nicole Rewenski, Industriekauffrau im 2. Lehrjahr: "Am Anfang hatte ich Bedenken, aber mit der Zeit macht die Arbeit sehr viel Spaß."

Das Projekt "Soziales Lernen in der betrieblichen Ausbildung" bei ArcelorMittal Eisenhüttenstatdt ist am Runden Tisch Jugend und Wirtschaft in Brandenburg initiiert worden. Nach einem Workshop mit mehreren freien Trägern der Jugendhilfe und Schulen zu der Frage, wie die soziale Kompetenzentwicklung junger Menschen in Brandenburg unterstützt werden kann, haben die Unternehmen ArcelorMittal Eisenhüttenstadt, Bosch Siemens Hausgerätewerk Nauen und Heidelberger Druckmaschinen am vereinbart, Pilotprojekte durchzuführen, in denen Auszubildende zur Erweiterung ihrer sozialen Kompetenzen im Rahmen der Ausbildung für 1-2 Wochen in sozialen Einrichtungen mitarbeiten. Die Ergebnisse und Erfahrungen dieser Pilotprojekte sollen anschließend weiteren Unternehmen in Brandenburg zur Verfügung gestellt werden. Unterstützt wird diese Initiative des Runden Tisches durch die Agentur mehrwert und deren Programm "Key", das seit mehreren Jahren erfolgreich mit einer Vielzahl mittelständischer Unternehmen durchgeführt wird.




Die Servicestelle Soziale Kooperation
wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.