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156 Vereinbarungen im Wert von 105.380 Euro beim zweiten Frankfurter Marktplatz

"Ein toller Erfolg", freute sich Martin Berner, Geschäftsführer des Frankfurter Bürgerinstituts, als er die Ergebnisse des zweiten "Parketthandels" zwischen rund 40 Frankfurter Unternehmen und über 60 gemeinnützigen Organisationen bekannt gab.

Unter dem Motto "Gute Geschäfte" trafen sich mehr als 200 Menschen am 7. November im Hermann Josef Abs Saal. Stadträtin Erika Pfreundschuh hob in ihrem Grußwort hervor, dass man im Römer sehr wohl zu schätzen wisse, wie viel ein solcher Marktplatz zum guten Zusammenleben in Frankfurt beitrage. Der ehemalige hr-Börsenexperte Frank Lehmann, der den Marktplatz mit viel Engagement moderierte, sah die Veranstaltung als Indiz dafür, dass wir "langsam auf dem Weg zu einer Bürgergesellschaft" sind.

Wie auch im Jahr davor präsentierten die Gemeinnützigen ihre Anliegen und Unterstützungswünsche kreativ und originell verpackt, um die passenden Partner dafür zu finden. Die Begleitung bei Ausflügen, Mithilfe bei der Organisation von Veranstaltungen oder das Übersetzen von Texten waren ebenso gefragt wie das Fachwissen von Webdesignern, Kameraleuten, Juristen, Köchen oder Gärtnern. Auf der Wunschliste der Sachspenden standen häufig Ausstattungsgegenstände fürs Büro vom PC bis zum Bürostuhl und die Nutzung von Räumen für unterschiedliche Anlässe.

Viele Wünsche konnten erfüllt werden Die Teilnehmer aus Organisationen und Unternehmen waren rundum zufrieden. "Wir konnten ein Unternehmen gewinnen, das uns Ausstellungsräume für unsere behinderten Künstler zur Verfügung stellt. Gleichzeitig dürfen unsere Künstler deren Kunstsammlung besichtigen", so Anne Meseure von den Praunheimer Werkstätten. Auch kleinere Aktivitäten können sich als hilfreich erweisen "Wir werden unter anderem dem Mädchenbüro einmal in der Woche, das von der KPMG gespendete Essen liefern", berichtete Christoph Titzka von der Turbo Kurier GmbH. "Der Marktplatz vom letzten Jahr hat bei uns in der Bank eine gute Resonanz gefunden. Deshalb haben sich in diesem Jahr Spezialisten verschiedener Abteilungen angeboten, ihr Know-how in den Dienst einer guten Sache zu stellen, was von den Organisationen heute gerne angenommen wurde", erläuterte Thomas Baumeister, Head of Volunteering der Deutschen Bank.

Einige Unternehmen und Gemeinnützige waren schon zum zweiten Mal dabei Alle gemeinnützigen Marktplatzteilnehmer und auch einige Unternehmen hatten sich in Workshops auf den etwas anderen Parketthandel vorbereitet. Beide Seiten - gemeinnützige Organisationen und Unternehmen – waren aufgefordert, gewohnte Denkmuster abzulegen, um erfolgreich zu sein. Den Organisationen wurde zusätzlich Ideenreichtum bei der Präsentation ihrer Wünsche abverlangt. Alle Vereinbarungen wurden schriftlich festgehalten und mit einem Geldwert taxiert. Tätigkeiten, wie beispielsweise die Übernahme von Renovierungsarbeiten durch Mitarbeiter einer Bank, wurden mit 20 Euro beziffert, während qualifizierte Dienst- oder Beratungsleistungen (Öffentlichkeitsarbeit, Finanzplanung, etc.) mit 60 Euro berechnet wurden. "Wir wollen mit dieser neuen Methode kurzfristiges und einmaliges Engagement vermitteln und damit möglicherweise die Grundlagen für langfristige Partnerschaften aufbauen", erklärte Julia Sipreck, Leiterin des Büro Aktiv. "Eine Reihe von Gemeinnützigen und Unternehmen, die schon im letzten Jahr dabei waren, haben auch am zweiten Marktplatz teilgenommen, was uns zeigt, dass der Marktplatz gut angenommen wurde".

Die Marktplatzmethode zur Anbahnung von sozialen Partnerschaften wurde in den Niederlanden unter dem Titel "Beursvloor" bereits erfolgreich erprobt. Um das Konzept auch in Deutschland umzusetzen, hatte die Bertelsmann-Stiftung 2006 drei Pilotprojekte ausgeschrieben. Frankfurt/Main konnte sich qualifizieren. Das Frankfurter Bürgerinstitut e.V., hatte die Veranstaltung im letzten und in diesem Jahr federführend organisiert. Weitere Mitstreiter in der Projektgruppe "Gute Geschäfte – Marktplatz für Unternehmen und Gemeinnützige" waren das Frankfurter Kinderbüro, die Deutsche Bank, das Bankhaus Metzler sowie Zimmer + Rohde. Schirmherrin des Frankfurter Marktplatzes ist Oberbürgermeisterin Petra Roth. Finanzielle Unterstützung erhielt das Frankfurter Vorhaben von der Deutschen Bank, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Frankfurt und der Hessischen Staatskanzlei im Rahmen ihrer Kampagne Engagiertes Unternehmen – Impulse für Hessen.




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