Wiesbaden Engagiert! 2007 - Ein Konzept geht auf

Fast 400 Mitarbeiter von 52 Wiesbadener Unternehmen nutzten gestern die Gelegenheit, einmal etwas ganz anderes auszuprobieren. Bereits zum dritten Mal fand der Aktionstag "Wiesbaden Engagiert!" statt, bei dem sich Unternehmen einen Tag lang gemeinsam vor Ort in sozialen Einrichtungen und Initiativen engagieren.

Die Bandbreite bei "Wiesbaden Engagiert" ist groß. Ob Gartenarbeit, ein Kücheneinbau oder die Reparatur eines Werkstattschuppens - 40 Projekte in 35 sozialen Einrichtungen zählte der Aktionstag in diesem Jahr. Einsatzorte waren etwa Einrichtungen für Kinder, Jugendliche, behinderte oder psychisch kranke Menschen und Altersheime.

Ältere an Demenz erkrankte Menschen des Altenhilfezentrums Robert-Krekel-Haus konnten z.B. mit Hilfe der Mitarbeiter von DBV-Winterthur und O´Donovan Consulting einen Wellnesstag verbringen. Hier stürzte bei der Renovierung des Badezimmers im Altenhilfezentrum unerwartet eine Wand ein, sodass sich die DBV-Winterthur-Mitarbeiter zusätzlich als Fliesenleger versuchen konnten. Die Alzheimer Gesellschaft präsentierte einen Infostand im Dorint Sofitel Pallas, das Hotel spendete dazu Kaffee und Kuchen. Zora, die Anlauf- und Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen, bekam dank dem Ramada Hotel Wiesbaden und dem Küchenhaus Herweck eine neue Küche.

In der Kindertagesstätte im Hellkundwegein bauten 15 Mitarbeiter der Unternehmen Dr. Dr. Heissmann, Lotterie Treuhandgesellschaft und Nassauische Sparkasse (Naspa), ein Indianerdorf auf. Die in Geldanlage und Finanzierung geübten Mitarbeiter standen dabei vor einer völlig neuen Herausforderung. Mehrere Tipis mussten zusammengebaut und bemalt, ein Marterpfahl geschnitzt und einbetoniert werden. "Hier im Hellkundweg haben wir eine besondere Situation. Wir finanzieren die Tipis nicht nur, sondern bauen sie auch auf. Denn Engagement für die Region bedeutet auch mal mit anzupacken. Und auf die Eigenheimfinanzierung verstehen wir uns ohnehin. Man sieht: Zum Wohl der Menschen in unserer Region sind wir bereit auch ungewöhnliche Wege zu gehen", kommentierte Naspa-Vorstandsvorsitzender Stephan Ziegler mit einem Augenzwinkern.

Seit das Projekt „Wiesbaden Engagiert!" 2005 erstmalig an den Start ging, nimmt die Anzahl der teilnehmenden Unternehmen und Mitarbiter stetig zu. Hatten sich 2005 40 Unternehmen in 30 Projekten mit 170 Mitarbeitern erstmalig beteiligt, so waren es in diesem Jahr bereits über 50 Unternehmen mit rund 400 Mitarbeiter.

Fast alle Unternehmen haben Ihr Engagement seit ihrem ersten Einsatz in unterschiedlicher Art und Weise weitergeführt und in vielen Fällen – wie z.B. das Ramada und die SV Versicherung auch weit über den Aktionstag hinaus. Des Weiteren wird das Engagement der Unternehmen immer umfangreicher, so war etwa Deltalloyd in diesem Jahr mit einem Mitarbeiterstab von insgesamt 50 Personen inclusive Vorständen vertreten.

Juliane Philipp-Lankes vom UPJ-Servicebüro Wiesbaden ist Projektleiterin von "Wiesbaden Engagiert!" und freut sich über die steigende Resonanz bei dem Projekt. "Soziale Kompetenz spielt zunehmend auch für Unternehmen eine Rolle", stellt sie fest. Soziale Einrichtungen könnten durch die Zusammenarbeit ebenso ihr Angebot verbessern. "Es ist schön zu sehen, wie eine Idee aufgeht, und zwar für beide Seiten", freut sich Juliane Philipp-Lankes.

Mittlerweile ist das Konzept von "Wiesbaden Engagiert!" sogar zum Vorbild für andere Städte geworden. So werden z.B. in Mainz, Fulda, Trier, Salzgitter und Braunschweig ebenfalls die ersten Aktionstage für Unternehmen vorbereitet.




Die Servicestelle Soziale Kooperation
wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.